Eindrücke, Empfindungen und Beobachtungen, welche vor Ort erlebt werden sind schriftlich festgehalten.

Kann sein, dass auch eine zeichnerische Skizze, die Texte, resp. das geschriebene unterstützen. Zeichnen und Fotografieren sind ein gutes Mittel um näher hinzuschauen. Mit dem Schreiben können Begebenheiten beschrieben werden, welche man nicht sehen kann, nur fühlen, hören und empfinden.

Das war der Anfang...

Das war der Anfang……. Eine Reise ins ‚Leere’ welche den Alltag veränderte.

Ein Ausschnitt aus dem Leben von Johannes Wyss.

Er ist gern unabhängig. Reisen ist eine seiner Leiden-

schaften. Aber eigentlich interessiert er sich noch für

Oldtimer!

Johannes… ein Schweizer, geboren in China und

kreativer Innenarchitekt, entdeckte die Welt

selbständig, seit er 16 jährig war. Nach verschie-

denen Weltreisen in seinen früheren Jahren, zog es

ihn später im 2007 zu einem Besuch nach Kalifornien.

Während seinen Entdeckungsreisen gelang er auch in

die Wüste‚Mojave’ ins ‚Wonder Valley’ nach

Twentynine-Palms. Ringsum nur Weite, Ruhe, Wind

und ….Leere.

Die Sehnsucht sollte die nächsten Jahre an Ihm

nagen und eine Vision reifen lassen. Die Vision, hier

in dieser Landschaft ein architektonischer Blickpunkt

zu schaffen, was so in seiner Heimat Schweiz nicht

möglich wäre.

Nach dem Erwerb von 5 acres Land und einem

desolaten Cabin in dieser High-Desert, begann eine

spannende Zeit. Geschichte zeigte sein Gesicht und

zwei verschiedene Kulturen mussten sich verstehen

lernen.

Mit inch, foot, yards, meilen, acres, pound, gallonen,

farenheit konnte er am Anfang nicht viel anfangen.

So hatte er Freunde die ihn auf seinen nächsten

Reisen dorthin begleiteten und Ihn unterstützten.

Erstes Ziel war, das Cabin zu erneuern und bewohn-

bar zu machen. Natürlich mit ‚Baugesuch’ und Baube-

willigung! Die Idee des ‚wilden Westens’ wurde lang-

sam demontiert.

Nach zwei Jahren Wiedererstellungszeit ist das Cabin

ein Schmuckstück in der Landschaft. Bewohnbar wie

zuhause und trotz allem mit einem Hauch des ‚Wilden

Westens’.

Das war jedoch nur der Anfang! ….

….einer Reise in die Zukunft

Der Wind

Der Wind, der Wind. Einmal aus Ost, einmal aus West. Stark drückend und zunehmend. Kein Ausweichen! Stetiger Wind. Der Fahnenwimpel zeigt die Richtung an. Satt und trocken ist er heute. Nicht sichtbar und doch spürbar präsent.

Die Fahne steht im Wind, flattert und knattert. Für das sind Fahnen da. Aber auch diese bekommen mit der Zeit genug davon. Sie knoten sich, sie reissen ein, sie lösen sich langsam auf. Nach einem halben Jahr ist nur noch die Hälfte der Fahne vorhanden. Der Wind hat sie aufgefressen!

Der hungrige Wind kommt jedoch nicht alleine. Sand treibt er vor sich hin. Die Spuren sind ab und zu sichtbar bei weggeworfenen halb im Sand steckenden Konservenbüchsen. Stahl, resp. Blechbüchsen rosten, wenn sie so behandelt werden. Die Fläche wird aufgerauht und oxydiert. Yeah, old rosty can!

Es gibt Leute, die sammeln das rostige Zeug und dekorieren Ihren Umschwung…Auch im Wind schletzende Türen oder Fensterläden und knarrende Scharniere sind präsent…Ein Hörspiel wie ‚wild west’…

Warmer Wind hat Auftrieb. Ideal für Drachen steigen lassen. Es klappt und wie! Ein Paradies für Drachenflieger auch wegen fehlender Leitungen. ‚Der Himmel ist dein, der Drachen ist mein!’

Herbst 2014 / JW / am Nevada Trail

Kolibri oder das Schwirren in der Luft

Nachbars Hunde bellen.

Auf der waschbrettartigen Staubstrasse rumpelt ein Fahrzeug daher und hinterlässt eine sich drehende Staubfahne, welche sich im Wind langsam wieder auflöst. Bei meinem Rundgang ums gemietete Häuschen muss ich den Kakteen und stacheligen Büschen slalomartig ausweichen. Ich strebe wieder dem lauschigen ostseitigem Sitzplatz zu. Bei der

nördlichen Hausseite steht ein angebauter Unterstand mit einem Ford Jahrgang 1963. Der Lack ist schon etwas matt vom stetigen Wind der

oft Sand vor sich her treibt. Mit einer tauglichen Batterie wäre dieses Vehikel sicher noch fahrtauglich.

Ich setze mich beim halbschattigen Sitzplatz hin und bringe mich auf einer Liege in Ruhestellung.

Ringsum Ruhe, von weitem etwas Hundegebell, ab und zu ein Motorengeräusch. Der kleine Wasserbrunnen mit den schwarzen, rauhen, löcherigen

Lavasteinen, der extra für Vögel und anderes Kleingetier installiert ist, plätschert friedlich vor sich hin. Ideal zum Dösen! Die Zeit ist nicht mehr fassbar und die Gedanken werden zu Träumen. Abtauchen, Ausspannen!

Dann ein leises, dumpfes Schwirren und summen. Wo? Was? Keine Fliegen, keine Veränderungen in der näheren Umgebung! Doch…. Ein Schatten! Ein Schatten der plötzlich in der Luft stehen bleibt und grünfarbig im Sonnenlicht schimmert, der kleine Körper stehend in der Luft, flankiert von beidseitigen Flügelschlägen die das Summen erwirken. Ein Kolibri, oder auf amerikanisch: ein ‚Hummingbird’. Mitten in diesem trockenen unwirtlichen Gelände! Das Kolibri sucht sich seine Pflanzen und Blüten wie ‚Bougainvillas’‚ Kakteen’ etc. Dann noch einen

Abstecher zur aufgehängten Vogeltränke, vermutlich mit Zuckerwasser als Nektar gefüllt.

Das Kolibri dankt’s, indem es einige Male wiederkommt.

Herbst 2014 / JW / Joshua Tree

SAND

Ein Produkt der Erosion, des Wassers und des Windes.

Kälte und Hitze nagten am Fels. Das Sandkorn, ein Stück

Miniatur-Fels; abgekantet und abgerundet durch die Wetter-Gewalten, winzig klein.

Der Boden unter mir besteht daraus. Durch Trockenheit und Hitze hart und kompakt. Wenn jedoch der Wind daher kommt, sanft, stetig oder als unerbittlicher Sturm, lösen sich die einzelnen Körner und sausen unaufhörlich an mir vorbei oder auf mich zu. Piecksen und zwicken mich auf der Haut und in den Augen. Ich stehe leicht schräg im Wind und stemme mich gegen den steten Druck, zwinkere mit den Augen. Alles was nicht fest sitzt wird weggezerrt oder mechanisch ausgewaschen…rep. sandgestrahlt.

Daraus können wunderschöne Objekte entstehen, wie das

gefundene, einmal weiss gestrichene Sperrholzstück.

Fundstück in der Wüste, ein ‚sandgestrahltes’ Ply-wood